Warendorf hat fähige Köpfe - Erfolgreiche Talkrunde im Hotel im Engel

Warendorf hat fähige Köpfe - Erfolgreiche Talkrunde im Hotel im Engel

Mit einer fünften Auflage und einem mit 200 Besuchern ausverkauften Saal im Hotel „Im Engel“ durfte die Talkrunde „Warendorfer Köpfe“ am Donnerstagabend ihre Erfolgsgeschichte fortschreiben. Was sich bereits im Vorfeld abzeichnete, wie Christoph Hess, einer der drei Initiatoren und Moderatoren , gleich zur Begrüßung gutgelaunt verkünden konnte. Denn noch bevor die Namen der diesmaligen Köpfe bekanntgegeben wurden, waren bereits rund ein Drittel der Karten für den Donnerstagabend Abend verkauft. Ein toller Vertrauensvorschuss, zumal die gesamten Einnahmen aus dem Kartenverkauf an gute Zwecke gehen. Für die vorige Veranstaltung wurde, aus seinerzeit aktuellem Anlass, die Erdbebenhilfe Türkei/Syrien zur Hälfte bedacht. Die weiteren 50 Prozent gingen an den Bochumer Verein  „Powerchair-Hockey“, in dem der letztmalige Teilnehmer Christian Homburg Vorsitzender der E-Rolli-Initiative ist.

Auch bei der aktuellen Veranstaltung durften sich zwei der Köpfe über jeweils 50 Prozent der Einnahmen für ihre wohltätige Arbeit freuen. Die eine davon ist im Spendensammeln geübt und dafür bestens bekannt. Mit Monika Lucht hatten die Organisatoren eine Frau in den Engel eingeladen, die nahezu ihr gesamtes Tun in das Wohl ihrer 170 Kinder steckt. „Patenkinder“, klärte sie über ihre Arbeit für die Nepalhilfe auf und begeisterte die Anwesenden beim Gespräch mit Hess mit ihrer mitreißenden Art mit der sie über die absolute Notwendigkeit der Hilfen berichtete, weil die Kinder dort in tiefster Armut leben. Es war still im Saal, als sie erzählte, wie Kinder um die dortigen Schulen herumspionieren und versuchen einen Weg zu finden, wie sie auch die Schule besuchen können. Was die Eltern, wegen der Kosten für Bücher, Essen und Uniform, nicht finanzieren können. Schon kleine Kinder wissen, „dass sie ohne Schule kein Chance haben, sie landen auf der Straße“, unterstrich die gelernte Kinderkrankenschwester. Ein Raunen ging durch den Raum, als die Besucher hörten, dass mit einer Patenschaft von nur 25 Euro monatlich die Zukunft eines solchen Kindes gerettet werden kann. Zusätzliche Spenden generiert Lucht durch ihre Einsätze auf Trödelmärkten und durch ihren Kellertrödel, zu dem sie jederzeit herzlich einlädt.

Der zweite Spendenempfänger und Warendorfer Kopf des Abends war Holger Blüder, Leiter der Musikschule Beckum-Warendorf, Pianist, Kabarettist und Buchautor.  Die künstlerischen Fähigkeiten stellte er gleich mehrfach unter Beweis, ließ den Flügel mit zwei klassischen Werken erklingen, parlierte locker lustig und kabarettistisch pointiert mit Moderator Reinhard Hesse. Die Runde nutzte die Gelegenheit, das Kinderbuch „Der Emsefant“ vorzustellen, das Blüder gemeinsam mit Dr. Carolin Reich in positiver Zeitgestaltung während der Coronapandemie verfasste. Die vorbereiteten Fragen des Moderators geschickt als Stichworte nutzend, machte er seine Vita zum unterhaltsamen Genuss und gewann ein weiteres Plus an Sympathie durch die lockere Art, mit der er auch Misserfolge seines Lebens unverblümt, gleichwohl gekonnt blumig, preisgab. Dass er die Einschätzung seiner Musiklehrerin „Ihr Spiel ist obszön, vulgär und dilettantisch“ als Ansporn zu schätzen lernte, war ein erstaunlicher Einblick in das Leben des angesehenen Pianisten mit internationaler Erfahrung. Wer noch mehr Fröhliches von und mit Holger Blüder erleben will, hat im Februar die Gelegenheit dazu, wenn dessen zweites Kabarettprogramm Premiere feiert, wie Hesse wissen lies.

Auch ohne Kabarett und Musik wusste Cornelia Köster, Gründerin der Warendorfer Werbeagentur Pilotfisch, zu begeistern. Sie erläuterte ihre tiefe Verwurzelung im Münsterland, speziell Warendorf, obschon sie auch schon im Osten und Westen der Heimat tätig war – in Bielefeld und Münster. Das Münsterland, sagte die mit dem Hashtag #müfluencer agierende Warendorfer Kreative, habe einen ganz tollen Menschenschlag und ein ebenso tolles Unternehmertum. Es mache also Sinn, für das Münsterland Werbung zu machen, unterstrich sie und nannte Warendorf, nach der Zukunft der Stadt gefragt, „eine noch nicht ganz polierte Perle“.

Diese Perle hat der ehemalige Schüler des Laurentianum, Michael Kantrowitsch, bereits mehrfach in verschiedenem Licht erstrahlen lassen. Und nicht nur die. Auch beim  UEFA Champions Laegue Finale in Paris, der Premiere des Porsche Cayenne oder beim Splash Festival bei Bitterfeld trug die Illumination schon seine kreative Handschrift. Dass er einer musikalischen Familie entstammt und mit der Klarinette mehrfach Awards bei Jugend musiziert erhielt, zeigte eine andere Seite des „wieder“ Warendorfers, der als Angler auch schon einen kapitalen 1,25 Meter langen Hecht aus Sassenberger Feldmarksee ziehen konnte. Seine Fähigkeit mit Dialekten zu jonglieren sorgte nicht nur bei seinem Gesprächspartner Gerd Leve für fröhliche Lacher, seine Fähigkeit mit Licht zu jonglieren kam den Zuhörern ins Gedächtnis, als Bilder der „Warendorfer Weihnachtslichter“ auf der Leinwand erstrahlten, die die Veranstaltung begleitete. Der seinerzeitige Corona-Ausweg für das Weihnachtswäldchen, war allen Anwesenden noch bestens im Gedächtnis.

Am Ende des auch mit knapp drei Stunden noch kurzweiligen Abends verkündete Monika Lucht, dass ihre Hälfte der gespendeten Einnahmen für Kinder von Waldmenschen in Nepal verwendet werden, die dort ein Leben als Aussätzige führen. Die andere Hälfte wird Holger Blüder für die Ausstattung der musiktherapeutischen Arbeit der Musikschule einsetzen.

Die nächsten „Warendorfer Köpfe finden am 15. Februar 2024 im Hotel „Im Engel“ statt. Der Vorverkauf hat bereits begonnen.

 

Zum Artikel: https://www.dein-waf.de/warendorf-hat-faehige-koepfe